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Mein Blog ist ein Versuch, hervorragende Autoren und Bücher hervorzuheben. Bücher, die die Seele berühren und noch lange in unseren Köpfen und Herzen bleiben, haben es verdient, der Welt empfohlen zu werden. 

Der Tod so nah - Belinda Bauer

Eve Singer braucht den Tod. Sie ist Reporterin einer "True Crime" Sendung und um ihren Job zu behalten, muss sie liefern. Mit ihren 29 Jahren stehen bereits Scharen an jüngeren, hübscheren aufstrebenden Reporterinnen an, um ihren Job zu übernehmen und jedes Mal, wenn sie ihrem Chef nicht die verlangten Bilder mit dem Leichensack des Opfers liefern kann, ist ihr Job in Gefahr. Zudem kommt, dass Eve abends nach der Arbeit all ihre Kräfte benötigt, um sich um ihren dementen Vater zu kümmern. Als es in London zu einer weiteren, grausamen Mordserie kommt, erkennt Eve ein Muster - und der Mörder nimmt Kontakt mit ihr auf. Eve kann der Verlockung dieses Materials nicht widerstehen und wird in ein gefährliches Spiel hinein gezogen, in dem mehr auf dem Spiel steht als nur ihre moralischen Grundsätze, denn schon bald geht es um ihr eigenes Leben.

 

Belinda Bauer hat hier einen Thriller geschaffen, der vom ersten Kapitel an in seinen Bann zieht. Eve Singer ist eine interessante Protagonistin, die sich in einer harten Branche gegen die Konkurrenz behaupten muss. Dabei machen ihr nicht nur ihr Chef und der aufdringliche Reporter eines anderen Senders, Guy Smith, das Leben schwer sondern vor allem die immer schwieriger werdende Situation mit ihrem Vater. Der Autorin gelingt es hier, das Bild einer überanstrengten Frau zu zeichnen, die nach außen hin stets tough wirken muss und in ihrem inneren doch ganz anders ist. Eves Charakter ist mit vielen Facetten ausgearbeitet und bietet eine perfekte Basis für die weitere Entwicklung dar Handlung. Zudem wirft es ein realitätsnahes und daher umso kritischeres Licht auf den Umgang der Medien mit Tragödien und den Zuschauern, die immer mehr wollen - mehr Blut, mehr Grausamkeit, mehr Bilder der Verbrechen. Während die Polizei versucht, einen Mörder zu finden, sind Eve und ihr Kameramann Joe auf der Jagd nach den richtigen Bildern um die Masse zu befriedigen. Hier wird man stellenweise wirklich zum Nachdenken angeregt, insbesondere wenn die Familien und Freunde der Opfer vor die Kamera gezerrt werden. 

 

Die meisten Kapitel drehen sich um Eve und ihre Interaktionen mit den Nebencharakteren, die ebenfalls plausibel agieren und funktionieren. Einige Kapitel geben Einblick in die Seelenwelt der anderen Beteiligten und geben dem Thriller somit noch etwas mehr Tiefe, der Hauptaugenmerk liegt jedoch auf Eve. Durch Eves Glaubwürdigkeit ist sie die perfekte Hauptfigur und auch wenn man ihre Entscheidungen nicht immer gut heißen kann, so kann man zumindest nachvollziehen, wo diese herrühren. Neben den Morden und dem komplizierten Leben mit ihrem kranken Vater wird auch Eves Liebesleben mit eingewoben und auch das funktioniert. Belinda Bauer zeichnet eine lebensechte Geschichte, mit allem, was dazu gehört - auch der einsame, ältere Nachbar und die unerledigten Weihnachtseinkäufe der gestressten Reporterin. 

 

 

Von Beginn an sind einige Kapitel ganz dem Mörder gewidmet und geben Einblick in seine verdrehte Weltansicht und die Verbrechen, die er verübt. Somit hat man als Leser beide Seiten, wenn der Mörder eine Obsession mit der hübschen Journalistin entwickelt, ohne jedoch sofort den Namen und die vollständigen Beweggründe des Täters zu erfahren. Dessen Wahnsinn offenbart sich langsam in den folgenden Kapiteln, immer unterbrochen von Eves Erlebnissen.

 

Der flüssige Schreibstil vereint beide Vorkommnisse und wandelt den Thriller zu einem sehr spannenden page-turner, bei dem man das große Finale kaum erwarten kann. Und umso mehr gefällt es mir, dass die Demenz von Eves Vater hier eine solche Rolle spielt. Die Kapitel die Einblicke in das Seelenleben und die Gedankenwelt von Eves Vater, dessen Verstand ihn mehr und mehr im Stich lässt, bereichern den Thriller noch um eine ganz andere, in diesem Genre nicht stark vertretene, Komponente und ist ein weiteres Merkmal, warum dieses Buch aus der Masse hervor sticht.

 

Ich kann Belinda Bauers Werk wärmstens empfehlen!

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Blake - Jack Heath

Timothy Blake ist ein genialer Profiler und steht als inoffizieller FBI-Mitarbeiter auf keiner Gehaltsliste. Er hat nämlich ein geheimes Laster und wird nicht mit Geld entlohnt - sondern mit etwas, das seine dunklen Triebe befriedigt. Als Blake mit einer neuen Partnerin Special Agent Reese Thistle eine heikle Geldübergabe einfädelt, geht die Sache schief: In einem gestohlenen Wagen finden sie eine Schaufensterpuppe mit einer menschlichen Niere darin. Blake, der sein finsteres Geheimnis sorgsam hüten muss, gerät unter Verdacht...

 

Ein FBI-Mitarbeiter mit einem kriminellen Laster klingt zunächst nicht wie etwas wirklich Neues - doch ein solcher Thriller und ein Charakter wie Blake ist mir bisher noch nicht begegnet. Blake ist ein genialer Profiler, denn durch seine düstere Vergangenheit ist seine Beobachtungsgabe sehr geschärft worden und nur durch ebenjene Vergangenheit ist er überhaupt beim FBI gelandet. Eines Tages wird er von einem Polizisten dabei erwischt, wie er seinem "Laster" fröhnt und als eben jener Polizist, Peter Luzhin, der Leiter der Außenstelle des FBI in Houston wird, schließen die beiden einen Pakt. Blake stellt seine ermittlerischen Fähigkeiten dem FBI zur Verfügung und Luzhin beschafft ihm, was er will. Blake ist sehr aufmerksam und kann ausgezeichnet kombinieren - er ist jedoch kein Charakter, den man unbedingt mögen muss. Blake ist eine zutiefst verdorbene Person und für mich absolut kein Sympathieträger.

 

Wenn man einen Thriller über Charaktere mit einem "finsteren Geheimnis" schreibt, dann spielt sowohl die Frage, was es denn ist als auch, wie es umgesetzt wird, eine große Rolle in der Bewertung der Handlung. Zudem ist eben jenes Verlangen der größte Antrieb für Blake und steht hinter den Meisten seiner Entscheidungen. Als er mit der Ermittlung in einer Entführungssache beauftragt wird, steht es für ihn nicht im Vordergrund, was mit dem verschwundenen Jugendlichen passiert ist, es geht ihm lediglich um seine Belohnung. Im Verlauf der Handlung zeigt Blake, dass er durchaus auch Empathie empfinden kann und mit Reese Thistle entwickelt er eine Dynamik, die unabhängig von seinen Trieben steht - meistens zumindest. Dennoch ist es absolut entscheidend für diesen Thriller und ich werde hier noch einmal darauf eingehen.

 

Ganz spoiler-frei kann ich festhalten, dass mir die Handlung an sich sehr gefallen hat und auch einige der auftauchenden Nebencharaktere durchaus sehr interessant waren. Wie Thistle und Blake miteinander umgehen, hat dem Thriller etwas Leben gegeben und besonders die auftauchenden Figuren aus dem organisierten Verbrechen empfand ich als wirkliche Bereicherung - und genau dort liegt mein Problem. Charlie Warner, Kopf des organisierten Verbrechens, ist eine so interessante Figur, dass ich gerne einen Thriller nur über diese Figur und die zugehörige Organisation gelesen hätte - denn die Faszination über Blake lässt nach einiger Zeit stark nach. Der Thriller ist nicht schlecht und auf jeden Fall etwas anderes, da die typische Jagd, nach dem Psychopathen hier dadurch, dass die Hauptfigur eben selbst ein solcher ist,  anders ausfällt. Dennoch kam keine wirkliche Spannung auf - da für Blake die Rettung des Jungen nicht im Vordergrund steht sondern er lediglich seine Belohnung für eine Rettung haben möchte, fehlte mir hier etwas. Blake ist teilweise skrupellos und nur darauf fokussiert, das FBI zufrieden zu stellen. Dadurch wird auch dem Leser nicht viel gegeben, um tatsächlich Angst um das Opfer entwickeln zu können. Auch die Auflösung, wer denn hinter dem Verbrechen steht und wie Blake letztlich dieses Rätsel löst, haben mich nicht wirklich überzeugt. Der Thriller ist nicht langweilig, jedoch auch nicht sehr spannend und somit einfach nicht das, was ich erwartet habe.

 

Wer das nicht lesen möchte, kann sich damit begnügen: 3 von 5 Sternen. Wie gesagt - der Thriller ist nicht schlecht und ich mag, wie verschieden die auftauchenden Charaktere sind, jedoch konnte es mich nicht ganz überzeugen.

 

 

 

Aufgelöst, was er denn nun für ein Geheimnis hat, wird auf Seite 60 - daher werde ich dies im folgenden Text ab hier auch erwähnen. An dieser Stelle also eine ganz große und eindeutige Spoiler-Warnung! 

Wie bereits geschildert, ist Blakes Trieb einer der beherrschenden Faktoren des Romans. Blake ist ein Kannibale. Luzhin verschafft ihm als Belohnung für seine Dienste Leichen aus dem Todestrakt. Stellenweise sind die Beschreibungen, wie Blake seine Nahrung verzehrt, jedoch zu detailliert und ich habe diese stellenweise als absolut ekelerregend empfunden. Das sollte keine große Überraschung sein, bedenkt man, worum es in diesem Thriller geht, doch etwas weniger detaillierte Szenen hätten für mich hier absolut ausgereicht. 

Zudem unterscheidet sich Blakes Sichtweise stark von der, die ich bisher aus Kapiteln/Thrillern über Psychopathen kenne - er ist ja nicht auf der Suche nach Opfern, denn Luzhin versorgt ihn ja. Blakes Schilderungen sind weniger die eines Mörders, sondern mehr die eines Suchtkranken, der versucht, nicht die Kontrolle zu verlieren. An sich ein interessantes Konzept, jedoch wurde hier etwas Potential verschenkt.

 

Blakes ständige Schilderungen über seine Armut und seinen ausgezehrten Körper sind mir ebenfalls stellenweise etwas zu viel geworden, da der Fokus des Thrillers sich hier eben sehr weit von der Jagd nach einem Entführer und den dahinterstehenden Motiven entfertnt hat. An sich auch nicht prinzipiell schlecht, doch es entsprach nicht meinen Erwartungen. Ausweislich des Klappentextes habe ich eine Jagd auf Blake und sich erhärtende Verdachtsmomente erwartet und weniger Geschichten über seinen Hunger und die Frage, wie viele Teile des menschlichen Körpers tatsächlich verzehrt werden können.

 

All dies hat - wie bereits erwähnt - dazu beigetragen, dass mir die Spannung im Thriller etwas gefehlt hat, darum ist mein Gesamteindruck eher ernüchtert. "Blake" ist mit Sicherheit nicht schlecht, doch ich bevorzuge hier dann doch einen Dexter-Roman. 

 

 

 

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