OPUS - Der Verrat - Senta Richter

Wer den ersten Teil der (noch nicht vollendeten) Trilogie von Senta Richter noch nicht gelesen hat, sollte dies bald tun! Geheimnisvoll und spannend erzählt die Autorin dort von der jungen Mia, die mehrmals dem gut aussehenden Abel begegnet und hineingezogen wird in seine mysteriöse und gefährliche Herkunft...

Wer den ersten Teil schon gelesen hat, kann sich auf eine mit jedem Wort perfekte Fortsetzung freuen.

 

Man wird zu Beginn nicht einfach nahtlos wieder in die Geschehnisse geworfen, das Buch beginnt einige Zeit später, als das Trio - Mia, Abel und Hana - bereits in der Zukunft ankommen.

 

Von Anfang an wartet das Buch mit immenser Spannung und unvorhersehbaren Wendungen auf. Es war mir unmöglich, meinen Kindle aus der Hand zu legen, weil ich in jedem Kapitel unbedingt wissen musste, wie es weiter geht.

 

Sentas Schreibstil zeichnet mit einfachen Ausdrücken und viel Liebe zum Detail perfekte Bilder in den Kopf des Lesers. Die Eindrücke, die sie von OPUS und der Zukunft vermittelt, sind perfekt ausgearbeitet und ziehen den Leser sofort in den Bann. Und so gelingt es ihr, die Firma und ihre Machenschaften, wie auch den Einfluss auf Leben, Handlungen und Denkweisen der Menschen, eindrucksvoll und vor allem sehr unheimlich zu beschreiben. Ich hatte wirklich den Eindruck, dort zu sein und mit eigenen Augen sehen zu können, was die Versessenheit dieser Firma anrichtet. Die Gesellschaft, die von Status und Effizienz geprägt ist, hat einige düstere Schattenseiten, die beklemmend und auch mehr als realistisch dargestellt werden. 

Doch natürlich geht es im zweiten Band nicht nur um OPUS, auch die Beziehung zwischen Mia und Abel entwickelt sich und spielt eine wichtige Rolle. Dabei gelingt es der begabten Jungautorin, die Liebe er beiden zu thematisieren, ohne jedoch eine übertriebene oder gar kitschige Liebesgeschichte zu schreiben. Die Realität, mit der die Welt von OPUS dargestellt wird, findet man auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen wieder - nichts wird unnötig beschönigt oder romantisiert, die Menschen und ihre Interaktionen könnten direkt aus dem echten Leben stammen.

So sind auch die Selbstzweifel von Mia, ihre Angst und Gefühle absolut verständnisvoll und überzeugend beschrieben. Man bekommt als Leser einen wunderbaren Eindruck in ihre Gedanken und Gefühlswelt, ohne jedoch seitenweise innere Zwiegespräche, welche von der Handlung ablenken, lesen zu müssen.

Durch die neue Umgebung tauchen auch mehrere neue Charaktere auf, die genau wie die bisherigen vielschichtig ausgearbeitet und entsprechend charakterisiert werden. Selbst die Handlungen der Handlanger von OPUS kann man absolut nachvollziehen, wenn man ihre Kapitel liest und ihre Lebensgeschichten erfährt. Es gelingt hier absolut, Menschen nicht nur als schwarz und weiß sondern als so vielschichtig, wie wir eben sind, darzustellen.

Zum Ende bin ich so frei und stelle ein Zitat aus dem Buch ein, das in meinem Kopf hängen geblieben ist, weil es eine wahre und selbst für OPUS nicht zu leugnende Tatsache ist:

 

Gefühle sind das Realste, was es gibt. Sie zeigen nicht, dass du schwach bist, sondern dass du lebendig bist. Und manchmal müssen sie einfach raus, bevor du ihretwegen explodierst.

 

Mein FAZIT:

Ein sensationell gelungener zweiter Teil, der viele Überraschungen, Wendungen und starke emotionale Reaktionen beim Leser bereithält. (Subjektive Meinung, ich jedenfalls bin an einigen Stellen richtig mitgerissen worden und habe mich als Beteiligte an den Geschehnissen gefühlt). Bravo, Senta, du bist ein Ausnahmetalent!

Die Welt von OPUS und natürlich Mia & Abel lässt nicht mehr los, sobald man die ersten Seiten des Buches gelesen hat.

 

Ein ganz klarer LESETIPP für alle dort draußen, die gute Bücher zu schätzen wissen und sich bezaubern lassen wollen. Wer den ersten Teil gelesen hat, wird auch diesen hier verschlingen.

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