Filmvergleich - "P.S. Ich liebe Dich"

Nachdem einige von euch gefragt haben, habe ich mir jetzt die Verfilmung von Cecilia Aherns P.S. Ich liebe Dich zu Gemüte geführt und muss sagen, dass ich von diesem Film als Umsetzung des Romans sehr enttäuscht wurde. Dass gewisse Teile gekürzt oder aus einem Film herausgehalten werden, weil man auf die Länge achtet, ist mir natürlich bewusst. Hier jedoch stört mich vor allem die komplette Veränderung von Begebenheiten aus dem Roman und der daraus resultierenden Verfremdung.

 

Wo war beispielsweise girls in the city? Diese Abschnitte waren im Buch eine solch humorvolle Komponente, dass die ledigliche Aufnahme einer Diskussion mit den Türstehern und der Prinzessin all dem nicht gerecht wird. Auch wie Holly zu den Briefen kam, ist für mich eine unnötige Änderung. Die Szene, in der sie vor der Box mit all diesen Briefen sitzt, war im Roman nicht nur sehr emotional sondern auch ein Moment, der nur ihr alleine gehört hat. Denn war das nicht das, was Gerry am Anfang beabsichtigt hat? Ein Moment der Freude in all ihrem Schmerz für seine geliebte Frau. Dass dies in eine Torte mit einem Tonband umgewandelt wurde, ist für mich nicht verständlich. Das Original erfüllt hier für mich einen wesentlich größeren Effekt und bereits hier kann ich den Gerry aus dem Film nur schwer mit Gerry aus dem Buch vereinen - der Unterschied, in welchem Moment die Briefe zu Holly finden, sagt einiges über den jeweiligen Ehemann aus.

Ebenso wenig verständlich ist mir, warum Gerrys Reisegeschenk geändert werden musste. Wie sie am Flughafen aufgrund des Films erkannt werden, war überaus humorvoll und der Versuch, durch einen absolut missglückten Angelausflug die selbe Spannung und Gefahr hervorzubringen, wie es auf dem Meer der Fall war, überzeugt mich ebenso nicht. Positiv ist, wie buchgetreu Hollys Reaktion auf die Neuigkeiten ihrer Freundinnen ausfällt, die anderen Begebenheiten des Urlaubs nehmen davon jedoch sofort wieder Abstand. Hier ist also eine große Pendelei zwischen Buch und Neuerung vorhanden.

Unter den Szenen, die ich vermisst habe, ist beispielsweise auch, wie Holly in der Küche ihrer Freunde endlich realisiert, dass nicht nur sie Gerry verloren hat. Dieser nochmals emotionale Moment, der auch für Hollys Entwicklung durchaus Bedeutung hatte, hätte dem Film nicht geschadet.

Die Abänderung von Hollys beruflicher Entwicklung hingegen kann ich hier nicht auflisten, ein wenig künstlerische Freiheit gönne ich den Drehbuchautoren selbstverständlich schon. Und ob sie nun im Design von Schuhen oder in der Werbebranche ihre Erfüllung findet, kann ich ganz Holly überlassen. Wichtig bleibt hier nur, dass sie sich mit Gerrys Segen auf die Suche nach ihrer beruflichen Zukunft gemacht hat.

 

Auch die Beziehung zwischen Holly und ihrer Familie und kann ich im Zeichen der Kreativität noch opfern, denn auch wenn mir gerade ein gewisser Bruder gefehlt hat, muss man das Buch natürlich auf Filmlänge stutzen.

 

Meine Kritik bezieht sich keineswegs auf die Darsteller, sondern auf die Handlung an sich, die Schauspieler haben gute Arbeit geleistet. 

 

Trotz aller Chemie zwischen Hillary Swank und Gerard Butler sind die beiden für mich aber nicht das Paar, das ich beim Lesen des Buches vor Augen hatte. 

 

Es mag also an sich ein gelungener Film sein, als Verfilmung eines Buches jedoch ist hier keine gute Arbeit geleistet worden. Meiner (absolut subjektiven) Meinung nach ist es besser, sich für Film oder Buch zu entscheiden bzw. beides als verschiedene Adaptionen der selben Grundidee zu sehen.

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