everflame - Feuerprobe - Josephine Angelini

Die junge Lillian, Lily genannt, hat kein einfaches Leben. Sie fühlt sich in der Schule und in ihrer Heimatstadt Salem als Außenseiterin, Sie wird geplant von unerklärbaren und überaus heftigen allergischen Anfällen und zudem ist ihre geistig verwirrte Mutter eine große Herausforderung für sie und ihre Schwester.

Nach einem riesigen Streit mit ihrem besten Freund, in den sie heimlich verliebt ist, passiert etwas unvorstellbares - sie wird in eine andere Welt gezogen.

Vielmehr weniger eine andere Welt als eine andere Version unserer Welt. Dort wird Wissenschaft als sündhaft und schädlich verboten und die Magie hat das Sagen. Die mächtigste Person in diesem alternativen Salem ist keine andere als Lily selbst - eine andere Version von ihr. Diese reagiert mit eiserner Hand und hat einen grausamen Konflikt heraufbeschworen... Mit der Hilfe der Rebellen, die gegen diese Lillian kämpfen, entdeckt sie ihre eigene Magie und muss sich entscheiden, ob sie in dieser Welt kämpfen oder in ihre eigene zurückkehren möchte...

 

Die Autorin hat hier eine interessante Grundhandlung geschaffen. Die Möglichkeit von unendlich vielen verschiedenen Welten und welche großen Auswirkungen auch die kleinsten Ereignisse haben können, macht nachdenklich. Natürlich ist sie nicht die Erste, die dieses Thema aufgreift doch die werte Frau Angelini verfügt über einen überaus kreativen Geist und hat hier eine sehr tolle Geschichte geschaffen.

 

In einer fiktiven Welt, in der sich Mittelalter und Moderne vermischt haben und die Wissenschaften gegen die Magie aufbegehren, hat Josephine Angelini ein eigenes Gesellschaftssystem und diverse darin agierende Gruppen geschaffen. Durch die Hauptprotagonistin, die aus unserer Welt stammt und sich ebenfalls erst zurecht finden muss, wird diese im Verlauf der Geschichte erklärt und verdeutlicht, ohne jedoch seitenweise bloße Beschreibungen dieser Struktur aufzunehmen. Das schafft ein sehr schönes Lesegefühl und sorgt dafür, dass sofort Spannung aufgebaut wird. 

Die junge, unerfahrene und sturköpfige Lily wird stets sehr gut nachvollziehbar beschrieben und durch den hervorragenden Schreibstil der Autorin werden auch die Gefühle, die das Wirken und der Kontakt von und mit Magie auslöst, einfach und lebendig dargestellt.

 

Die weiteren Hauptfiguren wie Lilys bzw. Lillians Schwester und die Rebellen, wie auch die "bösartige" Lillian und ihre Politiker werden mit facettenreichen Charakteren ausgestattet, es wird jedoch kein Zweifel daran gelassen, welche Figuren als eindeutige Helden und moralische Vorbilder vermittelt werden sollen. Die Figuren sind nicht einfach gestrickt, dennoch gibt es wenig Überraschungen in den Hintergründen und der Entwicklung der Figuren.

 

Auch für Romantik ist gesorgt, denn der junge Hexenhelfer Rowan verdreht der Hauptfigur sehr schnell den Kopf. Ihre Beziehung wird jedoch nicht übermäßig romantisiert, nachdem Rowan jahrelang der Partner dieser weiteren Version von Lillian war. Diese hat ihn hintergangen und sehr schwer verletzt, was seine Abneigung zu Anfang und die langsame Entwicklung anderweitiger Gefühle Lily gegenüber erneut sehr nachvollziehbar macht und verhindert, dass sich hier zu schnell ein eindeutiges Paar bildet.

 

Die Handlung weist einige Wendungen auf, wenn auch im Großen und Ganzen nicht zu überraschend. Durch die Geschichte zieht sich ein roter Faden und bis zum offenen Ende dieses ersten Teils ist die Geschichte ausgezeichnet strukturiert und spannend.

 

Ich werde mir den zweiten Teil definitiv noch zulegen (sobald dieser auch als Taschenbuch erhältlich ist) und kann diesen Roman guten Gewissens weiterempfehlen. 

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