Für jede Lösung ein Problem - Kerstin Gier

Stell dir vor, du hast mit deinem Leben abgeschlossen und beschließt, dem ganzen ein Ende zu setzen. Am Tag X versendest du absolut ehrliche Abschiedsbriefe, in denen du nichts zurück hältst - doch dann klappt es nicht mit den Schlaftabletten... Genau das ist Gerri passiert und plötzlich wissen absolut alle darüber Bescheid, wie sie wirklich über sie denkt...

 

Kerstin Giers Roman ist ein Angriff auf die  Lachmuskeln ihrer Leser. Gerri schafft es, sich mit ihrer teilweise unbeholfenen Art  ich in die unmöglichsten Situationen hinein zu manövrieren. Von verrückten Begegnungen mit ihrem neuen Chef über abwertende/verteidigende Gespräche zu ihren Schundromanen/Autorenkarriere (je nachdem, wen man hier fragt)  mit ihrer Familie bis hin zu betrunkenen Freunden welche der festen Überzeugung sind, einen One night stand mit ihr gehabt zu haben jagt eine komische Begegnung die Nächste. Ein besonderes Highlight war für mich auch Gerris Vermieterin, die dabei überrascht wird, die Schmuckschachtel der doch nicht Verstorbenen auszuräumen und Unterweisungen in Vererbungslehre und den nicht zu den Eltern passenden Augenfarben ihrer Kinder absolut nicht ausstehen kann...

 

Während Gerri die Scherben ihres Lebens wieder zusammen setzt und ihr Liebesleben vollkommen kompliziert wird, kann man sich als Leser auch an ihrem Bekanntenkreis erfreuen. Ihre neurotische Mutter, die jeder Tochter auch im Erwachsenenalter noch vorschreibt, wie sie zu leben haben und mit Widerstand absolut nicht zurecht kommt ist eine Sache für sich und sorgt einige Male auch für Kopfschütteln... Gerris Freunde hingegen sind teilweise herzerwärmend um sie besorgt und machen sich alle zur Aufgabe, weitere Selbstmordversuche zu unterbinden. 

 

Wie bereits geschrieben hat das Buch einige sehr skurile Momente, jedoch auch ernste Aspekte in Bezug auf Gerris Verzweiflung. Es mag ein humorvolles Buch sein, über das Thema Selbstmord jedoch macht sich die Autorin zu keinem Zeitpunkt lustig. Schritt für Schritt versucht Gerri, den durch ihre Briefe angerichteten Schaden wieder gut zu machen und schafft es dabei, neuen Mut und neue Gründe zum Weiterleben zu finden.

 

Ich kann den Roman eindeutig weiterempfehlen.

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