Legend - Fallender Himmel - Marie Lu

Legend - Fallender Himmel von Marie Lu ist der Auftakt zu einer Triloie in einer alternativen Version der USA. 

 

Die Gesellschaft hat mit einem bereits seit längerem andauerndem Krieg sowie mit gespaltenen Gesellschaftsschichten zu kämpfen. Die Autorin konzentriert sich hauptsächlich auf besagte gesellschaftliche Unterschiede, in dem sie ihre Hauptfiguren aus jenen verschiedenen Bereichen kommen lässt und lässt den Krieg sowie die gegen die Regierung rebellierenden Personen hauptsächlich als Nebenhandlung einfließen.

 

Die erste Hauptfigur ist der junge Day, welcher Opfer des ausrottenden und leistungsorientierten politischen Systems geworden ist. Als er den "großen Test", welchen jedes Mitglied dieses Landes im Alter von 10 Jahren ablegen muss, nicht besteht, soll er beseitigt werden. Doch Day entkommt und lebt von nun an im Untergrund - fern seiner Famiilie und immer darauf bedacht, die Regierung bestmöglich zu sabotieren, lebt er ein abgeschiedenes Leben. Die einzige Nebenfigur, welche ihm die Autorin zur Seite stellt, ist ein noch jüngeres Straßenmädchen. Hier wird zwar eine traurige Hintergrundgeschichte erfunden, ein tiefer gehender Blick in den Charakter von Tess bleibt dem Leser jedoch verjährt - die Funktion als loyale Nebenfigur scheint im ersten Teil nicht viel mehr zu erfordern. Ausgestattet mit medizinischen Kenntnissen könnte Tess noch eine wichtigere Rolle in den nächsten Büchern spielen, dies bleibt jedoch nicht mehr als das - eine Möglichkeit.

 

Etwas mehr Persönlichkeit hat Day erhalten - seine Gedanken drehen sich hauptsächlich darum, seine Familie zu unterstützen, zu der er auch die kleine Tess zählt, und auf der Straße zu überleben. Day wird als fürsorglich und geschickt dargestellt, während er sich wiederholt den Soldaten der Regierung entgegen setzt. Er soll eine Heldenrolle einnehmen und zeigt eindeutig, was mit der Republik nicht in Ordnung ist. Nachdem er jedoch kein gesteigertes Interesse daran hat, sich den Rebellen anzuschließen, bleibt dieser Aspekt der Dystopie ein wenig unstrukturiert und geheimnisvoll - womöglich ebenfalls, um Stoff für einen zweiten Teil zu schaffen.

 

Auf der anderen Seite steht June - das Wunderkind der Republik, die Einzige, die jemals die volle Punktzahl im großen Test erreicht hat. Auf einer Militärakademie lernt sie, ihre Pflicht gegenüber ihrem Land zu erfüllen und kann es kaum erwarten, auf die Jagd nach Rebellen und Day zu gehen... Trotz ihrer militärischen Ausbildung ist sie ein recht sensibles Mädchen, das erst langsam beginnt, die ihr bekannten Strukturen zu hinterfragen, als sie mit der großen Welt außerhalb der höhere Gesellschaftsschicht in Kontakt kommt. Sie erhält den sich so herbei gesehnten Auftrag auf eine Weise, die sie niemals wollte - als ihr großer Bruder bei einem Einsatz ermordet wird. Von Day.

 

Undercover begegnet sie ihm tatsächlich, ohne jedoch zu wissen, wer der fremde Junge auf der Straße tatsächlich ist - es kommt, wie es kommen muss und die beiden verlieben sich. Schließlich finden sie sich wieder in einem Strudel aus Regierungsgeheimnnissen und verdeckten Operationen und June muss entscheiden, was ihr wichtiger ist - die Repubik und ihr altes Leben oder Day und die Chance auf etwas Neues...

 

Der Grundgedanke dieser Reihe ist ganz interessant und die Art und Weise auf die die Regierung (selbstverständlich) lügt, vertuscht und sich unmenschlich verhält, wird erst nach und nach und hauptsächlich unterschwellig eingearbeitet. Schließlich gibt es eine große Entdeckung, bei der gleich mehrere streng gehütete Geheimnisse aufgedeckt werden und die jugendlichen Hauptfiguren machen sich daran, aus diesem System auszusteigen.

Wirklich vom Hocker gerissen hat mich das Buch jedoch nicht, teils weil die Figuren zu eindeutig waren und wenig Facetten aufwiesen, teilweise jedoch auch, weil die Handlung zwischendurch sehr vorhersehbar war. Auch die Art und Weise, wie die Hauptfiguren ihre Gefühle entwickeln war für meinen Geschmack etwas zu schnell und eindeutig - ein wenig mehr Kennenlernen hätte der Liebesgeschichte durchaus gut getan. 

 

Alles in allem ist der Roman nicht schlecht, sticht für mich jedoch nicht aus der Masse hervor. Korrupte Regierungssysteme und Teenager, welche gegen diese vorgehen sind nun wahrlich nichts neues mehr, ein wenig mehr Besonderheit hätte meiner Meinung nach dem Konzept durchaus gut getan. So mag zwar der große Test etwas sein, das nicht jede Dystopie aufweist, dies alleine genügt für mich jedoch nicht, um wirkliche Neugier auf die weiteren Teile zu wecken. 

 

Auf einer Skala von 1 bis 5 Sternen gebe ich Legend eine drei - es ist nett, jedoch nicht wirklich besonders. 

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