Paper Princess - Erin Watt

Die Handlung des Romans vom Autorinnenduo Erin Watt beginnt im Leben der Hauptprotagonistin Ella. Ihre allein erziehende Mutter ist verstorben und seitdem versucht sie, mit einem Job in einem Striplocal über die Runden zu kommen und sich ihre Ausbildung zu finanzieren. 

 

Der Palast ist wie der Garten Eden - wunderschön aber voller Gefahren...

 

Ich habe Paper princess in einem einzigen Tag gelesen, was jedoch weniger an Spannung und nicht nur am lockeren Schreibstil liegt sondern sicher auch daran, dass weder die Handlung noch die Charaktere sonderlich tiefsinnig sind. Die Geschichte ist simpel - die arme junge Ella wird nach dem Tod ihrer Mutter ihrem plötzlich auftauchenden und sehr reichen Vormund Callum Royal aufgenommen - zunächst ist sie mit der Situation sehr unzufrieden, nachdem Callum ihr jedoch finanzielle Vorteile verspricht, bleibt sie. Mit seinem Söhnen kommt sie jedoch gerade am Anfang gar nicht zurecht. Hier werden besagte Söhne zunächst wie die typischen männlichen Charaktere dargestellt - sehr anziehend, reichlich sexuelle Erfahrung, eine dramatische Vergangenheit und selbstverständlich schlechte Laune. Während Ella neben gemeinen Schulkameraden und ihren "Brüdern" ihren verstorbenen Vater etwas besser kennen lernen darf, kommt sie gerade Reed Royal immer näher. Hierbei stellen die Autorinnen hauptsächlich die sexuelle Anspannung zwischen den beiden Charakteren in den Vordergrund und lassen nur langsam zu, dass sie sich tatsächlich  näher kommen Nachdem sie jedoch zusammen wohnen, lernen sie sich schließlich doch etwas kennen und die Figuren werden mit einigen Eigenarten und Charakterzügen ausgestattet, um auch auf nicht sexueller Ebene eine Verbindung einzugehen. 

 

Sexuell geladen ist das Buch jedoch dennoch, nicht nur durch die bei den Frauen beliebten Royal-Brüder sondern auch durch Ellas Selbstbewusstsein und ihre Entscheidung, sich für ihre Vergangenheit als Stripperin nicht zu schämen. Es gibt durchaus einige amüsante Szenen und Entwicklungen, die das Buch zu einem kurzweiligen Lesevergnügen machen. Das Buch handelt nicht nur von der Spannung zwischen den beiden unfreiwilligen Wohngemeinschaftspartnern, es werden auch noch Nebenhandlungen wie übergriffige Schulkameraden, Partys, neue Freunde und der Verlust der geliebten Mutter der Royals eingewoben. Auch um das Erbe von Ellas reichem verstorbenen Vater wird noch ein wenig Drama ausgebaut - meiner Meinung nach hätte man jedoch gerade aus letztgenanntem noch mehr Handlung herausholen können, doch die Autorinnen legen hier wohl weniger Wert auf eine große Handlung und fokussieren sich mehr auf die fortwährende Annäherung der Hauptfiguren - in diesem Genre durchaus üblich. Auch die Nebencharaktere und Nebenhandlungen wie Ellas Umgang mit ihrer Vergangenheit als Striperin können jedoch nicht darüber hinweg trösten, dass das Buch voller Klischees ist. Interessant ist hier lediglich das Ambiente sowie die Rahmenhandlung der reichen jungen Leute und des Misstrauens, mit dem die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Ella konfrontiert wird. 

 

Das alles sorgt dafür, dass es sich hier um kein überragendes Buch handelt, dass als nette Geschichte für zwischendurch jedoch gut funktioniert. Die Erwartungen sollten nicht zu hoch gesteckt sein, dann erhält man hier einige nette Lesestunden

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