Achtnacht - Sebastian Fitzek

Benjamin Rühmann hat kein Leben, auf das er sonderlich stolz ist. Seit seine Tochter bei einem Autounfall, an dem er sich die Schuld gibt, ihre Beine verloren hat, ist er in ein tiefes Loch gefallen. Seine Frau hat ihn verlasen und er hat sehr lange mit seiner Alkoholsucht gekämpft. Seine über alles geliebte Tochter liegt zudem im Koma, nachdem sie anscheinend versucht hat, sich selbst das Leben zu nehmen. Arbeitslos und von Schuldgefühlen geplagt denkt er, dass sein Leben am absoluten Tiefpunkt angelangt ist. 

 

Doch da hat er sich geirrt.

 

Den die schrecklichste Nacht seines Lebens soll bald beginnen und vielleicht ist es zugleich seine letzte. 

 

Eine ominöse Website verspricht in aller Ernsthaftigkeit das große Geld für jene, welche keine Skrupel kennen. Ein Jahr lang konnte man gegen einen kleinen Geldbetrag jemanden für die Achtnacht nominieren - jemanden, den man mit ganzer Seele hasst. Denn in der Achtnacht werden ein Mann und eine Frau unter den Nominierten ausgewählt - der erste, der vor dem Ablauf der Nacht eine von diesen Personen tötet, beendet das Spiel und gewinnt 10 Millionen Euro. Ben ist einer der beiden Nominierten und muss nun alles daran setzen, die Nacht zu überleben. Denn während einige Menschen das Ganze für einen fake halten, sind Andere tatsächlich bereit, zu morden. Doch die Jäger sind nicht Bens einziges Problem - denn eine unbekannte Person hat es sich zum Ziel gemacht, ihn zusätzlich zu quälen und ihm abstoßende Aufgaben zu stellen, welche den Hass der Menge anheizen sollen. Das Druckmittel? Das Leben seiner Tochter...

 

Dass der "Meister des Wahnsinns", wie ihn der Knaur Verlag so freundlich bezeichnet, einen hervorragenden Schreibstil hat, dürfte bekannt sein. Auch hier glänzt Fitzek damit, die Seiten nur so dahinfliegen zu lassen während er menschliche Abgründe ans Tageslicht holt. Wie auch beim großen Vorbild des Thrillers, der Filmreihe "the Purge" überschlagen sich die Ereignisse und fordern hohen Blutzoll. Die Hauptfigur Ben versucht mit allen Mitteln, die Nacht zu überleben und seine Tochter zu retten und kann dabei niemandem vertrauen - doch auf sich alleine gestellt wird er die Achtnacht keinesfalls überstehen...

 

Die Gefahr, in der Ben fortwährend schwebt und was die Aussicht auf das Geld und den Ruhm in den tiefen des Darknet laut Fitzeks Darstellung in den Menschen bewirken kann, sorgt für Hochspannung beim lesen, so dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Weder Ben noch der Leser kommen zur Ruhe, während ein Ereignis das nächste jagt und die Zeit während der Achtnacht erschreckend langsam verrinnt (Dies gilt beim Lesen jedoch nicht, deswegen ist hier eine Warnung angebracht - zwischendurch ist es ratsam zu checken, wie lange man die Nase schon in das Buch gesteckt hat).

 

Ich kann den Roman jedem empfehlen, der die Aufregung einer Jagdsituation sowohl aus der Perspektive des Opfers als auch des Mörders erleben will - mit einer Hintergrundgeschichte, über die man tatsächlich einmal nachdenken sollte. Wie viele Menschen würden tatsächlich aufgrund der Aussicht auf das große Geld einen Mord begehen? Und würde man selbst tatsächlich einen Namen in diesen Lostopf werfen?

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0