Für uns macht das Universum Überstunden - Meredith Walters

Flynn hat Asperger und wurde in der Schule stark gemobbt - allen voran von Allie McCallums Clique. Die Schikane gegen Flynn den Freak geht sogar so weit, dass Allie sein Haus niederbrennt - dafür wandert sie in den Jugendknast.

 

Jahrelang hat sie Flynn die Schuld daran gegeben und ihn gehasst - dabei hat sie schon fast verdrängt, dass die beiden sogar zeitweise befreundet waren. Jahre später versucht Allie, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und meldet sich für einen Kurs auf dem Gemeindecollege angemeldet. Es kommt, wie es kommen muss und dort begegnet sie ausgerechnet Flynn.  Während sie erwartet, dass er ihr Vorwürfe macht oder sie hasst, reagiert Flynn ganz anders als erwartet. Denn er sieht die Welt auf seine Weise und betrachtet Allie trotz allem als seine Freundin. Und während Allie ihren Freunden gegenüber nicht zugeben möchte, dass sie überhaupt noch mit Flynn redet, kann sie doch nicht von ihm lassen. Und während sie den erwachsenen Flynn besser kennenlernt, entwickeln sich Gefühle - doch hat diese Beziehung eine Zukunft?

 

 

Dieser Roman ist absolut großartig. Meredith Walters schafft mit Allie ein absolutes bad girl, das am Tiefpunkt angelangt ist und versuchen möchte, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Sie hatte alles andere als eine einfache Vergangenheit und verkehrt auch am Anfang der Geschichte immer noch mit den falschen Leuten an den falschen Orten. Ihr einziger Ausweg aus dem ihr so verhassten Leben ist ein wenig Bildung. Allie nimmt all ihren Mut zusammen und belegt einen Kurs am College - denn sie ist nicht dumm. Nach außen hin stellt sie sich als harte Kämpferin dar, der man am Besten nicht in die Quere kommt, doch sie ist dennoch eine intelligente junge Frau mit Ambitionen. Zudem hat sie ein großes Herz und schon bald auch ein sehr schlechtes Gewissen wegen der Art, wie sie Flynn behandelt hat. Trotz all ihrer Schwächen werden die Gedanken von Allie so feinfühlig und nachvollziehbar geschildert, dass man sie einfach sympatisch finden muss. 

 

Zwischen den Kapiteln aus Allies Sicht gibt es auch immer wieder Rückblicke in ihre Schulzeit - geschrieben aus der Sicht von Flynn. Nicht nur sein Verhalten in der Haupthandlung sondern gerade auch seine Gefühle und Gedanken in "seinen" Kapiteln erwecken den Eindruck, dass die Autorin sich bei ihrer Recherche wirklich Mühe gegeben hat. Meiner Meinung nach kann man aus diesem Buch tatsächlich etwas über das Krankheitsbild und die damit verbundenen Schwierigkeiten im Alltag einer Person mit Asperger lernen. 

 

Dass es sich hierbei nicht um eine typische Liebesgeschichte handelt, dürfte ich eindeutig dargestellt haben. Das bad girl, das sich in den Mann mit Asperger verliebt und die Schwierigkeiten, die diese Beziehung mit sich bringt, ist eine überaus emotionale und tiefgreifende Geschichte, die ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann. Emotional aber nicht bemitleidend, ernst aber nicht sachlich und ebenso unvorhersehbar wie realistisch schreibt Meredith Walker über Menschen und Begebenheiten, die das eigene Leben verändern und die Kraft, trotz aller Widrigkeiten das Positive und das Schöne im Leben zu sehen.

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