Dreh dich nicht um - Jennifer Armentrout

Samantha stolpert eines Tages in zerrissener Kleidung und verletzt durch die Gegend, bis ein Polizeiwagen das junge schöne Mädchen aufgreift. Schon als er sie nach ihrem Namen fragt, wird klar, dass etwas nicht stimmt - sie kann sich nicht erinnern. Auch als man ihr im Krankenhaus ihren Namen verrät und sie ihren Eltern vorstellt, klärt sich ihre Erinnerung nicht. Ein traumatisches Ereignis blockiert den Zugang zu ihren Erinnerungen und Samantha muss sich zunächst ohne ihre Vergangenheit zurecht finden. Doch das ist nicht das einzige Problem - sie war tagelang verschwunden. Und ihre beste Freundin Cassie ist es noch immer....

 

Der Einstieg in das Buch wird dem Leser leicht gemacht, denn die Hauptfigur weiß ebenso wenig über ihr Leben wie wir. Schon bald wird klar, dass Samantha früher sehr verwöhnt und vor allem auch sehr gemein gewesen ist. Mit ihrer Clique terrorisierte sie die ganze Schule und niemand hat es gewagt, sich mit ihnen anzulegen. Doch die neue Samantha ist ganz anders und nabelt sich nach und nach von ihrer Vergangenheit ab. Während Freunde und Eltern über ihr neues Verhalten schockiert sind, findet Samantha neue Freunde und einen neuen Bezug zu ihrem Bruder. Harmonisch läuft all das jedoch nicht ab, denn sie wird von Halluzinationen über Blut und die verletzte Cassie gequält und hat ein unglaublich schlechtes Gewissen aufgrund deren Verschwinden. Samantha ermittelt selbst und versucht, die Wahrheit herauszufinden. Dabei realisiert sie, dass sie niemandem vertrauen kann, denn jeder könnte etwas mit dem Verschwinden Cassies zu tun haben - sogar sie selbst.

 

Die Intrigen und Geheimnisse hinter einer schönen Fassade sind an sich nichts Neues, doch der anhaltende Gedächtnisverlust der Hauptfigur und ihr Unvermögen, sich in ihr altes Leben hinein zu finden, verleihen dem Jugendthriller etwas besonderes. Der Text ist aus der Ich-Perspektive von Samantha gehalten, damit die Leserschaft sich gut in ihre Gedanken einfühlen kann. Zwischendurch wirkt ihre völllige Ablehnung von allem, was mit der "alten" Samantha zu tun hat, ein wenig übertrieben, doch wie sie eine neue Persönlichkeit entwickelt und über ihre Clique und ihre alten Gemeinheiten hinaus entwickelt, ist durchaus gut dargestellt. Mit einigen Zickereien in der Schule und der Vorbereitung auf einen großen Ball sowie sich entwickelnden Gefühlen zu einem anderen Jungen als dem, mit dem sie vor dem Unfall zusammen war, ist gewährleistet, dass der Roman als Jugendbuch funktioniert und einen großen Spannungspegel beibehält. Der Charakter von Samantha ist durch den Einblick sowohl in ihre Gedanken als auch die Spaltung der alten und der neuen Persönlichkeit gut ausgearbeitet worden, die anderen Figuren hingegen kann man nur durch die geführten Gespräche und ihre Handlungen beurteilen, was dem Ganzen einen lebendigen Anstrich verleiht (Gedanken lesen können wir immerhin alle nicht) und auch Raum für Täuschungen in dem,, was man über eine Person zu wissen glaubt, lässt. 

 

Armentrouts Schreibstil legt hier den größten Fokus auf die Unterhaltungen zwischen den verschiedenen Personen und bleibt sonst im Schema der kurzen, prägnanten Sätze, um die Geschehnisse lebendig zu halten. Diese Schreibweise wird auch in Samanthas Gedanken beibehalten, funktioniert aber. Dadurch, dass der Text kurz gehalten wird, ist er auch flüssig und lässt zu, dass sich die Geschichte sehr schnell entwickelt. 

 

Für mich hat dieses Buch das Ansehen Armentrouts nach "Frigid" wieder ein wenig aufgebaut und ich kann den schnelllebigen Thriller eindeutig weiter empfehlen. 

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