Wildcards - George R. R. Martin

In den 40er Jahren verbreitete sich erstmals das Wildcard Virus auf der Menschheit. Wenn es ausbricht, hat man drei Optionen - man könnte daran sterben, ein Joker werden oder ein Ass. Ein Großteil der Menschen muss sterben, doch etwa jeder Zehnte wird zum Joker und entwickelt einen grotesk modifizierten Körper, welcher beispielsweise Kiemen, zusätzliche Arme oder den Kopf eines Krokodils aufweisen könnte. nur die Wenigsten haben großes Glück und werden zum ASS. Ass haben das große Los gezogen und sind mit besonderen Fähigkeiten gesegnet wie etwa der Gabe, sich zu teleportieren oder nur durch Gedankenkraft Sandstürme zu erzeugen. Und was geschieht in unserer heutigen Zeit in einer Gesellschaft, die mit solchen Fähigkeiten aufgewachsen ist, zwangsläufig? Es entsteht eine passende Fernsehsendung.

 

Bei American Hero soll mit verschiedenen Aufgaben geklärt werden, welches Ass oder welcher Joker tatsächlich das Zeug zum Helden hat. Es geht darum, Geiselnahmen zu beenden, Banküberfälle zu stoppen und Menschen als brennenden Häusern zu retten - missglückt eine Mission, muss ein Kandidat gehen. Doch während die Kandidaten vor der Kamera Affären beginnen und Streitereien ausfechten, wartet andernorts das echte Leben.

 

Ein Großteil der arabischen Ländern hat sich zu einem Kalifat zusammen geschlossen und strebt einem vereinten Staat unter der Führung des Kalifen entgegen. Doch als ein Ass den Kalifen tötet, bricht Krieg aus. Nach Ansicht des Kalifats waren die Attentäter eindeutig aus Ägypten. Dort entsteht um Joker mit den Merkmalen der alten ägyptischen Götter gerade ein gigantischer Kult - diese Ketzerei möchte das Kalifat nicht länger dulden. Es kommt zum Kampf.

 

Der zuerst ausgeschiedene Kandidat Jonathan Hyve, welcher die Gabe besitzt, sich in einen großen Wespenschwarm zu verwandeln, landet mit zwei bekannten Assen mitten in Ägypten. Ihr Ziel ist eindeutig: Sie wollen etwas bewegen und wahre Helden werden. Und schon bald fragen sich auch die anderen Kandidaten, die im Fernsehen die zukünftigen Superhelden darstellen, worum es bei ihren Kräften wirklich geht.

 

Ein großer Pluspunkt des Buches ist die Vielfalt der Charaktere. Hierbei kommen wandelnde Perspektiven nicht nur der erzählten Geschichte zu Gute, die Erzählung wird dadurch auch wesentlich lebendiger. Die Interaktion der Figuren wird lebensecht, da man stets die Hintergründe der Aussagen und hervorkochenden Emotionen nachvollziehen kann. Der Fokus liegt hier nicht nur auf der Casting Sendung aus Sicht der Kandidaten und Produzenten sondern in Form von Hyves Blogeinträgen auch auf den schrecklichen Ereignissen in Ägypten. 

 

Zum Schreibstil muss ich jedoch anmerken, dass meines Erachtens deutlich wird, dass es sich hier nicht nur um einen Autor handelt. Wildcards ist ein Gemeinschaftswerk von Martin und anderen Autoren, was teilweise im Aufbau der Kapitel und der Art und Weise der Erzählung widergespiegelt wird. Dabei handelt es sich jedoch nicht um derartig gravierende Unterschiede als dass das Lesevergnügen nachhaltig gestört würde, es ist jedoch wahrzunehmen.

 

Letztlich bleibt Wildcards ein Buch mit sehr interessanter Idee, welches vor allem durch Ideenreichtum punktet und die Leser in eine faszinierende alternative Zukunft hinein zieht. 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0