The couple next door - Shari Lapena

Shari Lapena lässt den Alptraum wahr werden, nach dem jede Mutter schweißgebadet und panisch ins Kinderzimmer rennen würde - ein Baby verschwindet.

Die Eltern waren nebenan auf einer Dinnerparty, alle 30 Minuten haben sie nach der kleinen süßen Cora gesehen - doch als die Eltern zurück kehren, ist Cora verschwunden. Panisch und außer sich rufen sie die Polizei - dem ermittelnden Detektive Rasbach ist sofort klar, wie die Chancen stehen, das Kind lebendig wieder zu seinen Eltern zurück zu bringen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren und jeder ist verdächtig. Doch klare Beweise liegen nicht vor - Wo also könnte das Kind sein?

 

Der Thriller beschreibt die Geschehnisse stets aus einer beobachtenden Perspektive und folgt dabei abwechselnd den Gedankengängen der Eltern, des Detektive und gelegentlich auch weiteren Personen, die entscheidende Entdeckungen machen. Schon bald werden unter dem Blitzlicht der herbeigeeilten Medien die dunkelsten Geheimnisse des Paares ausgegraben - doch haben die Eltern tatsächlich selbst etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun? Was in jener Nacht geschehen ist und wo das Baby steckt, bleibt bis zum Ende absolut spannend. Die  handelnden Charaktere wirken in ihren Verhaltensweisen mit ihren Gedankengängen und ihrer Verzweiflung sehr plausibel und gerade durch die wechselnden Perspektiven ist jedes einzelne Kapitel spannend und wartet mit neuen Entwicklungen auf. 

 

Sehr gelungen und hervorzuheben ist auch die Darstellung der Mutter, die an einer Depression leidet und durch Selbstvorwürfe und Panik letztlich völlig am Ende ist. Ihre Verzweiflung und ihre Wut geben der Geschichte einen sehr klaren Fokus, wobei gerade auch die Entwicklung irrationaler Gedanken und Schuldzuweisungen realistisch und auch für die Leser nachvollziehbar übermittelt werden.

 

Durch Einblicke in die Ermittlungen aus Sicht des Detektive hingegen, wird ein rationaler Blickwinkel gewahrt, der das Vorgehen und die Verdachtsmomente der Polizei für die Leser darstellt. Seine ruhige Art als Gegenpol zu den völlig aufgelösten Eltern ist ein sehr gelungener Kontrast. 

 

Der Thriller setzt viel auf simpel dargestellte Unterhaltungen, welche mit lediglich kurzen Bindungssätzen auskommen, um die Diskussionen lebendig zu halten. Während die Figuren ihren Gedanken nachhängen oder sich auf den Weg zu neuen Diskussionen und Ermittlungen begeben, bleiben die Sätze einfach und kurz gehalten, wohl um den hektischen Unterton der Suche nach dem Kind wiederzugeben. Die Handlung spricht hier für sich und die rasanten Entwicklungen machen ausführlichere Darstellungen und Satzbauten weitestgehend unnötig.

 

Auch nach der Aufklärung der Entführung ist es jedoch keineswegs getan, die Handlung geht noch ein gutes Stück weiter und sorgt am Ende nochmals für eine sehr überraschende und unerwartete Wendung der Ereignisse.

 

Für jeden, der einen Thriller ohne viel Gewalt bevorzugt, wartet hier eine packende Geschichte. 

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