Lesung zu Antonia Neumeyers Roman "SELKIE"

Am gestrigen Abend hat die herzliche und gemütliche Buchhandlung Held in Tutzing zu einer Lesung aus Antonia Neumayers Roman SELKIE geladen. Für die sympatische junge Autorin ist dies nicht nur der erste Roman, es war auch ihre erste Lesung 

 

Während der ersten Sätze zittert ihre Stimme noch kurz, doch dann beginnt sie mit sehr viel Gefühl und einer überaus angenehmen Stimme, den Prolog und eines der Anfangskapitel vorzutragen. Sie macht neugierig auf diesen  Fantasy-Roman und gibt bereits Einblick in einen sehr schönen, fließenden Schreibstil.

 

Im Roman selbst geht es um die junge Kate, die mit ihrem alkoholkranken Vater und ihrem Bruder auf einer der schottischen Orkney-Inseln lebt. Eines Tages tauchen drei Fremde auf und wollen mit ihrem Bruder die Insel verlassen - wohin sie fahren, will Kate niemand verraten. Sie schleicht sich als blinder Passagier auf das Boot und wird plötzlich von einem merkwürdigen Fremden überrascht - dieser zieht sie mit unter Wasser und ihr Leben ändert sich schlagartig. 

 

Wichtig für die Autorin war es hier, keine "üblichen" Sagengestalten wie Werwölfe und Vampire zu ihren Protagonisten zu machen. Nach ausdauernder Recherche stieß sie schließlich auf die Selkies - Robben, die sich in Menschen verwandeln können. Außergewöhnliche Figuren für einen außergewöhnlichen Roman? Eine Empfehlung von Anne Freytag (Anne Freytag!!) auf dem Buchrücken ist für mich eindeutig ein schlagendes Argument - und nach dem Einblick, den ich durch die Lesung gewonnen habe, bin ich mehr als gespannt.

 

Nach der Lesung plaudert sie freundlich und fröhlich mit den Anwesenden und signiert eifrig. Ihre anfängliche Aufregung verfliegt alsbald und zurück bleibt ihre große Freude, das eigene Buch in den Händen halten und sich mit ihren zukünftigen Lesern austauschen zu können. 

 

Auf Nachfrage enthüllt sie lachend, dass sie ihre "Autorenunterschrift" hunderte Male geübt hat - das Ergebnis kann sich sehen lassen. 

 

Der Abend verläuft sehr zwanglos und lässt Raum für interessante Unterhaltungen mit den Anwesenden und das Herumstöbern in der liebevoll eingerichteten Buchhandlung. Die Inhaber sind Bekannte der jungen Autorin und wirken ebenso stolz auf "ihre" Antonia wie die Lektorin und die Familie. Sehr charmant erzählt sie von ihren ersten Schreibversuchen im zarten Alter von 11 Jahren und ihrem großen Stolz, als sie das erste Mal eine Geschichte beendet hatte - auch wenn sie diese heutzutage niemandem mehr zeigen möchte. Derartiges erzählen die Meisten der berühmten Autoren - ist das bereits das erste Merkmal, das eine große Karriere voraussagt?

 

 

 

 

Antonia selbst konnte den Ort an dem ihr Roman spielt, noch nie mit eigenen Augen sehen, hat jedoch versichert, dass sie gerne dorthin reisen würde - vielleicht schafft sie es ja für die Fortsetzung?

 

Ob es eine geben wird, weiß das junge Talent selbst noch nicht - wir werden sehen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0