New York Diaries (Phoebe)

Phoebe hatte einen absolut beschissenen Tag und möchte nur noch nach Hause. Am Flughafen beeilt sie sich daher besonders - doch zuhause bemerkt sie schnell, dass ihr ein Fehler unterlaufen ist: Sie hat den falschen Koffer mitgenommen. Und dabei befindet sich in ihrem Koffer doch ihr wertvollster Besitz: Leo, ihr Tagebuch. Schon seit Jahren führt sie ein Tagebuch, in dem sie Briefe an Leonardo DiCaprio schreibt und ihm wie einem Freund all ihre Geheimnisse anvertraut. Sie muss ihren Koffern - und Leo - unbedingt zurück bekommen.. Der einzige Hinweis auf den Besitzer des vertauschten Koffers ist ein Manuskript mit einer Geschichte, die ihr unter die Haut geht....

 

Leo ist bei David in sicheren Händen. Doch dieser muss unbedingt sein Manuskript zurück bekommen - der einzige Hinweis auf die Identität der Chaotin, die seinen Koffer hat: Ein Tagebuch. Doch darf er ihre Privatsphäre wirklich so sehr verletzen? Und hilft ihm die Suche nach dieser geheimnisvollen Frau sogar aus der Schwere, die ihn nach seiner Scheidung ergriffen hat?

 

Erneut ist dieser New-York-Diaries-Roman Popcornkino vom Feinsten in Buchform. Beim Lesen kann man sich sofort vorstellen, diese Handlung auf der großen Leinwand zu verfolgen und mit Millionen anderer Zuschauer zu verfolgen, wie Phoebe und David nach einander suchen. Denn ein so großes Publikum hätte diese Geschichte auf jeden Fall verdient.

(Falls sich tatsächlich ein Filmstudio an die NYD-Reihe machen sollte, hoffe ich, neue Gesichter auf der Leinwand zu sehen. Noch eine romantische Komödie mit Drew Barrymore halte ich nicht aus - keine Kritik an Drew an sich, das geht an Hollywood an sich :P)

 

Phoebe und David haben beide ihre ganz persönlichen Eigenheiten und machen die Handlung gerade deshalb so lebendig. In Phoebe  habe ich mich vom ersten Augenblick an verliebt, denn ihre Obsession mit fiktiven Charakteren und mit dem alles andere als fiktiven LeonardoDiCaprio sind ein Garant fürs Schmunzeln. Die erfolgreiche junge Frau, die zwar stets eine Bettgeschichte, jedoch niemals eine Beziehung hat, ist eine wundervolle Abwechslung zu den üblichen Protagonisten von Liebesromanen. Jemand, für den sich die ganze Welt nicht nur um die Liebe dreht und die zeigt, dass das Leben auch ohne Partner sehr schön sein kann - dass die Liebe allerdings eine sehr schöne Ergänzung darstellen könnte. Phoebe ist nicht darauf versessen, "endlich" zu heiraten und Kinder zu bekommen, sie ist allerdings auch keine business Dame, die Männern und der Vorstellung von Liebe vollkommen abgeschworen hat - es ist einfach nur noch nicht passiert.

Phoebe ist ein chaotischer Freigeist, die ihre Arbeit liebt und in ihren Kapiteln New York auf eine Weise zeigt, die sofortiges Fernweh auslöst. Besonders hervorzuheben ist auch, wie ihre Kapitel geschrieben sind. Phoebe erzäht ihre Geschichte den Lesern - auf ihre eigene, lebendige Art. Ihre Begeisterung für Davids Roman wird auch gerade deswegen deutlich, weil einzelne Auszüge aus Davids Werk in den Roman eingewoben wurden - mit einem Schreibstil, der sich von den New York Diaries unterscheidet und die "Stimme" von David tatsächlich wiederspiegelt. 

 

Als perfekter Kontrast dazu sind die Kapitel aus Davids Sichtweise. Hier ist der Schreibstil weiterhin die Ich-Perspektive, jedoch ohne Kommentare an die Leserschaft. Hierdurch bleibt die Autorin dem Charakter treu. Denn David ist das Gegenteil von Phoebe. Er ist ein nachdenklicher, ordnungsliebender Mann, der nach seiner Scheidung mit starken Selbstzweifeln zu kämpfen hat. Er reflektiert die Fehler während seiner Ehe und die Gründe für seine Verlustängste auf eine ganz andere Art, als Phoebe das tun würde und macht durch die Einblicke in seine Gedankenwelt seine Handlungen vollkommen nachvollziehbar. Im Gegensatz zur Besitzerin seines Koffers wünscht sich der erfolgreiche Autor eine liebevolle Beziehung und eine eigene Familie, zweifelt jedoch daran, ob er in der Lage ist, solche Gefühle zu entwickeln. Phoebes Tagebuch fasziniert ihn und während er ihre Playlists und Lieblingsorte entdeckt, entdeckt er auch eine unglaubliche Frau. Doch kann er sie nur mit den Anhaltspunkten aus ihren Briefen an Leonardo in einer so großen Metropole finden?

 

Ich habe den Roman in wenigen Stunden verschlungen, er liest sich sehr flüssig und die Handlung entwickelt sich zügig - ohne jedoch gehetzt zu werden. Ein besonderes Schmankerl ist die Verknüpfung mit den anderen Teilen der Reihe - die selben Figuren (und Konditoreien) tauchen auf, es ist allerdings nicht unbedingt nötig, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Für die Handlung ist das nicht entscheidend, es ist einfach schön, die Nachbarn der Protagonistin wieder zu erkennen. 

 

Wie sich David und Phoebe in einander vergucken, ohne sich je persönlich gesehen zu haben, ist eine unterhaltsame Geschichte, die ich nur weiter empfehlen kann. Es ist kein Liebesroman, wie ihn ein Nicholas Sparks schreiben würde, es ist eine humorvolle Geschichte über einen Zufall, der zwei Menschen verbindet und eine Liebeserklärung an New York. Gerade deswegen macht Phoebes New York Diary einfach Spaß - und Lust auf mehr.  

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Elkes Bücherreich (Mittwoch, 26 Juli 2017 13:49)

    Tolle Rezi, ich habe die Reihe VERSCHLUNGEN! Kann mich gar nicht entscheiden, welchen der vier Titel ich am besten finde.
    Aber wieso schreibst du immer Claire, wenn das Buch doch (wie der Titel verrät) Phoebe lautet???
    Liebe Grüße,
    Elke von Elkes Bücherreich.