STALKER - Louise Voss & Mark Edwards

Meine Rezension beinhaltet einen großen Spoiler, da ich ohne diesen nicht wiedergeben kann, was an diesem Roman so besonders ist. 

 

Bereits der Prolog zeigt, wie sehr die Ereignisse rund um Besessenheit von einer Person eskalieren können - er beginnt mit einem Todesfall und einem Mann, der in Panik vom Tatort flieht. 

 

Alex meldet sich zu einem Schreibkurs an, um seinen Traum der Autorenkarriere zu vervollständigen. Und schon vom ersten Moment an ist er mehr als bezaubert von der Dozentin. Siobhan ist intelligent, wunderschön und fasziniert ihn zutiefst. Er möchte sie kennen lernen. Richtig kennen lernen. Seine Avancen weist sie zurück, doch Alex kann dies nicht verstehen. Er muss wirklich verstehen, was ihren Charakter ausmacht und ihr zeigen, dass er weiß, wie sie zu behandeln ist. Er schickt ihr Unterwäsche, obszöne Karten und ruft sie an, so oft er kann. 

 

Und Siobhan hat Angst. Sie fühlt sich nicht sicher, fühlt sich verfolgt von dem merkwürdigen Unbekannten. Bis er schließlich in ihrer Wohnung steht, während sie badet. 

 

Sie macht Alex klar, dass er gehen muss. Und er verschwindet. Er findet eine Freundin und lässt sich nicht mehr bei Siobhan blicken. Und so geschieht das unfassbare - sie vermisst ihn. Und beginnt, ihm nachzustellen. 

 

Es ist diese Wendung, die den Roman hervorhebt aus der Masse der übrigen Thriller. Ein ehemaliges Stalkingopfer, das den ehemaligen Stalker verfolgt? Ungewöhnlich. Ebenso ungewöhnlich wie die Charkatere.

 

Das Autorenteam fokussiert sich hier vollkommen auf die beiden Hauptfiguren. Nebencharaktere tauchen auf, werden jedoch nicht tief in die Geschichte eingewoben. Die Perspektive wechselt zwischen Alex und Siobhan, während sich die Handlung zuspitzt. Beide weisen ihre Eigenarten auf und sind nicht unbedingt Sympathieträger, doch für die Atmosphäre in diesem Thriller müssen sie es auch nicht sein. Es geht um die Anziehungskraft und die Besessenheit von einer Person, es dreht sich um die Eskalation von Gedanken und wie sich Ereignisse zuspitzen - bis es sogar jemanden das Leben kosten kann. Die Autoren bemühen sich, mit ihren kurzen Sätzen und nicht allzu langen Kapiteln die Gedanken der Figuren wiederzugeben und geben dem Leser die Möglichkeit, die Charaktere wirklich zu verstehen.  Die Handlung entwickelt sich glaubhaft, wenn auch ungewöhnlich.

 

STALKER ist ein außergewöhnlicher - wenn auch leicht abgedrehter - Thriller, der einen außergewöhnlichen Spannungsbogen und mehrere interessante Wendungen aufweist - perfekt für einige unheimliche Lesestunden.