Mörderischer Freitag - Nicci Frech

Die Psychotherapeutin Frieda Klein ist vollkommen geschockt, als sie eine Leiche identifizieren muss. Ihr ehemaliger Lebensgefährte Sandy wurde ermordet, seine Leiche in der Themse aufgefunden. Eine Identifizierung der Leiche selbst war der Polizei nicht möglich, der einzige Hinweis auf seine Identität war ein Krankenhaus Armband mit einem Namen darauf: Dr. F. Klein. Während die Polizei Sandys Leben untersucht, gerät Frieda immer mehr unter Mordverdacht. Kurzentschlossen muss sie untertauchen und selbst nach dem Mörder fahnden - doch kann sie tatsächlich dort erfolgreich sein, wo die Polizei scheitert? Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, der Preis ist Friedas Freiheit...

 

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass man die vorherigen Teile der Reihe nicht gelesen haben muss, um diesen spannenden Thriller genießen zu können. Zwar tauchen Bekannte und Freunde von Frieda auf, diese werden jedoch geschickt in die Geschichte eingebaut, ohne große Fragen aufzuwerfen. Es mag ein schöneres Leseerlebnis sein, wenn man mit Friedas Nichte bereits einige Anekdoten verknüpfen kann, notwendig ist es jedoch nicht.

 

Die Reihe des Autorenduos Nicci French wird von ihrer Hauptfigur getragen. Frieda ist klug, beherrscht und vollkommen anders als die üblichen Hauptfiguren dieses Genres. Sie hat bereits mit der Polizei zusammen gearbeitet und versteht durch ihre Arbeit viel von menschlichem Verhalten. Spannend bleibt, ob sie ihre übliche kühle Art auch beim Zusammenstoß mit Liebschaften ihres ehemaligen Lebensgefährten und auf der Flucht vor Polizei beibehalten kann.

 

Frieda weckt die Liebe zu London, während sie gleichzeitig die Schattenseiten der Stadt aufzeigt. Sie beeindruckt durch ihren Intellekt, während sie dennoch falsche Entscheidungen trifft. Bei ihren Ermittlungen zeichnen die Autoren langsam das Profil des Ermordeten durch seine Hinterlassenschaften, Beziehungen und Nachrufe. Ob dies alles zu seinem Mörder bzw. seiner Mörderin führt, bleibt spannend... Der Spannungsbogen wird wie es für die Autoren typisch ist, bis zum Ende hin aufgebaut, auch an Überraschungen mangelt es nicht. Gerade die Entwicklung, die Frieda zwangsläufig durchmacht, während sie auf sich alleine gestellt auf der Flucht ist, belebt den Roman nochmals.

 

Fazit: Thrillerfans kann ich den Roman durchaus weiter empfehlen, gerade wenn man mehr Wert auf Spannung als auf blutige Beschreibungen legt.